Die Stille nach dem Schnäppchen
Es gibt diesen Moment, der etwa drei Sekunden dauert. Man hat gerade ein unglaubliches Schnäppchen gemacht – das Ding, das man eigentlich nicht brauchte, aber zu diesem Preis einfach nicht liegen lassen konnte. Und in diesen drei Sekunden fühlt sich alles richtig an. Das Glück ist greifbar, fast physisch.
Dann verblasst es.
Die Glücksforschung hat längst dokumentiert, dass **mehr Einkommen uns nicht zwangsläufig glücklicher macht**[1]. Neurobiologisch lässt sich erklären: Der kurze Dopamin-Kick beim Kauf verpufft schnell. Wir scrollen, vergleichen, kaufen – getrieben von der diffusen Hoffnung, dass der Konsum uns näher an etwas bringt, das wir nicht genau benennen können.
Studien zeigen präzise Erkenntnisse: Menschen sind glücklicher durch **intakte Beziehungen, Familie und soziale Verbundenheit**[2]. Nicht durch Überfluss. Die Partnerschaft wirkt sich **deutlich positiv auf die Lebenszufriedenheit aus** – um etwa 30 Prozent[3].
Minimalismus erscheint oft nur als Gegenreaktion, eine andere Form desselben Optimierungsstrebens. Die eigentliche Frage ist nicht, ob wir zu viel oder zu wenig haben, sondern **bewusst zu erkennen, wie flüchtig materielle Momente sind**[4].
Vielleicht ist es Zeit, Glück nicht zu kaufen, sondern zu beobachten – in den Gesprächen, in der Zeit zwischen den Einkaufstüten.
📚 Quellen:
[1] Glücksforschung Ruckriegel
[2] ISI Hamburg: Beziehungsglück
[3] Wikipedia: Glück
[4] Konsumreflexion
