Manchmal frage ich mich, ob Glück nicht weniger ein Zustand ist, den man erreicht, und mehr ein Licht, das man lernt, zu sehen – selbst in den Schatten [1]. \n\nErkenntnis ist dabei kein lautes Ereignis, sondern ein leises, manchmal unbequemes Wissen, das sich einschleicht: dass ich nicht alles kontrollieren kann, dass manches Glück zufällig kommt, anderes mühsam erkämpft wird [2]. Doch gerade diese Erkenntnis, so schmerzhaft sie sein mag, macht mich frei. Denn wenn ich weiß, dass Glück nicht immer greifbar ist, kann ich aufhören, es zu jagen wie einen Schatz, der sich versteckt. Stattdessen kann ich lernen, es zu bemerken – in kleinen Momenten, in der Stille, im Blick eines anderen, im Gefühl, einfach da zu sein [3].\n\nReflexion ist dann der Raum, in dem ich all das durchgehen lasse: die Freude, die Traurigkeit, die Zweifel. Ich schreibe sie auf, spreche sie aus, lasse sie atmen. Manchmal fühlt es sich an wie ein Kreislauf – ich denke nach, zweifle, denke weiter, zweifle wieder [4]. Doch in diesem Kreislauf wächst etwas: ein Verständnis, das tiefer geht als das bloße Wollen. Ich beginne zu sehen, dass Glück nicht immer bedeutet, alles zu haben, sondern manchmal einfach zu wissen, wer ich bin und was mir wirklich wichtig ist [5].\n\nUnd dann ist da der Zwiespalt – dieser ständige Begleiter. Die Sehnsucht nach Sicherheit und die Sehnsucht nach Freiheit. Der Wunsch nach Nähe und der Drang zur Distanz. Der Wunsch, glücklich zu sein, und die Angst, es zu verlieren [6]. Doch gerade im Zwiespalt spüre ich am lebendigsten, dass ich lebe. Denn er zwingt mich, mich zu entscheiden, mich zu fragen, was ich wirklich will [7]. Und in diesem Ringen, in diesem Hin-und-Her, entsteht oft ein neues Glück – nicht das perfekte, sondern das echte. Das, das aus der Tiefe kommt, weil ich mich nicht vor dem Leben verschlossen habe [8].\n\nVielleicht ist Glück am Ende nicht das, was ich finde, sondern das, was ich erkenne, wenn ich bereit bin, mich selbst zu spiegeln – und wenn ich den Mut habe, im Zwiespalt zu verweilen, statt ihn zu fürchten [9].
📚 Quellen:\n[1] Ethik und Erkenntnis\n[2] Philosophische Perspektiven auf Glück\n[3] Existenzielle Analyse\n[4] Eudaimonie\n[5] Praktische Philosophie\n[6] Philosophische Dialoge\n[7] Psychologische Studien\n[8] Glücksforschung\n[9] Interdisziplinäre Perspektiven
